7. November 2018

Ausencias

Ausencias para no olvidar

Ein Tanz und Musiktheater-Projekt von Alejandro De Nardi und Tanja Schneider

 

Abwesenheiten gegen das Vergessen

Uraufführung!

”Ausencias para no olvidar”, „Abwesenheit gegen das Vergessen”, ist ein besonderes Musiktheater-Projekt mit literarischen und schauspielerischen Elementen zum Thema der Diktaturzeit in Argentinien zwischen 1976 und 1983.

Grundlagen hierfür sind ein Fotoprojekt des argentinischen Fotografen Gustavo Germano, Fotos aus privaten Fotoalben von Opfern der Diktatur, Texte von argentinischen Künstlern, literarische Zeitzeugen dieses dunklen Kapitels Südamerikas und Originalmusik von Alejandro De Nardi.

Das interdisziplinäre Werk verbindet und verstrickt mit verschiedenen Elementen der Darstellenden Kunst in einem konstanten Dialog das Gestern und Heute zwischen denen, die nicht mehr da sind, und den 127 Enkeln, die bis heute gefunden wurden.

Während der Darbietung wird auf der Bühne die Verwandlung von dem schmerzenden Verlust und Verlorensein und dem freudigen Gefunden- und Wiedergefundensein ausgedrückt.

Gedichte von Juan Gelman, Rodolfo Walsh, Mario Benedetti, Jorge Luis Borges und anderen Zeitzeugen der damaligen Literatur-Szene werden gelesen sowie Fragmente aus dem Theaterstück von Lola Arias ”Mein Leben danach” aufgeführt.

Der Komponist, Multiinstrumentalist und Sänger Alejandro De Nardi sammelte lyrisches und dokumentarisches Material und komponierte die Originalmusik für ”Ausencias para no olvidar”. Tango, Candombe und Protestlieder zeigen uns ein sich veränderndes Buenos Aires, doch immer konfliktiv und emotional. De Nardi lebt seit 1985 in der Region Heidelberg.


Die Musik

Das Ensemble um den Komponisten Alejandro De Nardi begleitet die gesamte szenische Darstellung von Ausencias. Die Musik untermalt Texte von Jorge Luis Borges, Mario Benedetti und von anderen argentinischen Dichtern wie Juan Gelman, der 1974 seinen 18jährigen Sohn verlor und mehrere Gedichte für ihn schrieb.
De Nardi komponiert Lieder, die von der verlorene Liebe und dem Geheimnis der Leiden und der niemals erreichten Ruhe der Gefangenen erzählen, vom Schrei nach Gerechtigkeit und dem unbewiesenen Schicksal der Gefangenen. Die darstellende Klänge zeigen uns diese zwei Welten der Stadt Buenos Aires, wo Freude und Alltag neben den Folterhäusern in der Stadt, Welten des Lachens, der Liebe und des Lebens einerseits und der Dunkelheit, des Schmerzes und der gleichgültigen Nichtigkeit andererseits aufeinandertreffen.


Das Dokumental

Das systematische Verschwinden von Menschen und Familien, die politisch gegen die Regierung gekämpft haben, wird in Ausencias im Kontrast mit dem Wiederfinden von Enkelkindern dargestellt, die während der Diktaturzeit von den gefangenen Eltern geraubt und an Polizisten- und Militärfamilien verteilt wurden. Heute sind es 127 wiedergefundene Menschen, die ihre wahre Identität kennengelernt haben.


Theater

Fragmente aus dem Theaterstück von Lola Arias „Mein Leben danach“

Basiert auf den persönlichen Geschichten von wiedergefundenen Kindern, der Entdeckung der neuen Identität und ihrer Vergangenheit sowie der Erkenntnis, mit den Mördern oder Komplizen der Ermordung ihrer leiblichen Eltern zusammengelebt zu haben.


Fotoausstellung

Der argentinische Fotograf Gustavo Germano aus Barcelona kehrte 30 Jahre, nachdem die Militärdiktatur zerschlagen wurde, wieder in sein Heimatland zurück. Mit seiner Kamera begleitete er Familien und Freude an dieselben Plätze der Fotos vor dem Verschwinden, um unter ähnlichen Bedingungen diese Familien zu fotografieren aber heute mit der schmerzhaften Anwesenheit der Abwesenheit der geliebten Menschen.

In mehreren fotografischen Fällen werden die Schicksale von Familien visuell aufbereitet und durch Stilmittel der Fotografie werden die Gesichter derjenigen in unser gegenwärtiges Sein projiziert, die doch nicht mehr da sind.

Darunter waren Arbeiter, Angestellte, Handwerker, Studenten, Lehrer, Akademiker, Parteimitarbeiter, ganze Familien. Sie alle waren willkürliche Opfer der systematischen Unterdrückung und des gewaltsamen Verschwindenlassens durch die Militärdiktatur in Argentinien zwischen 1976 und 1983.

Die Bildreihe zeigt den ständigen Dialog zwischen dem Gestern und Heute und in der Leere erkennen wir die, die nicht mehr da sind.


Technische Voraussetzung
Bühne min. 6m x 4m, optimal 8m x 6m
Projektor und Leinwand
PA-Anlage mit Dolby-System
Programmierbare Licht – Anlage (Licht Partitur)

Instrumente
Flügel auf der Bühne

Ensemble
Bandoneón
Klavier (Flügel auf der Bühne)
Bass- Gitarre
Lead-Gesang
Chor-Gesang
Schlagwerk-Percussion
Querflöte

Tisch oder Pult für den Sprecher
Stühle

 

Fotoausstellung von Gustavo Germano Ausencias Argentina (2006)

Alejandro De Nardi

Hauptstr. 19
74921 Helmstadt-Bargen

+49 (0) 1523 107 42 42
+49 (0) 6268 6437

Abwesenheit, um nicht zu vergessen.

Musik und Text: Alejandro De Nardi
Übersetzung: Tanja Schneider

Wir konnten kein Wort mehr geben
Das werdet ihr für uns tun
Zeugnisse, Zwischen Sand, Zement und Salz.
Wir verloren unseren Weg.
Nicht zu vergessen, dass wir aus dem Hass kamen.

Und sie führen uns, entrückt auf einen Flug zum Meer
wo uns die Sirenen empfangen und
unsere Unermesslichkeit vergrößernd.
Und wir irren umher
Gesichtslose Gesichter
Nur die Seelen herrschen.

Heute schreibe ich Gedichte,
um nicht zu vergessen

Heute singe ich für die Abwesenheit,
um nicht zu vergessen.

Wir verloren unseren Weg
sahen ohne zu schauen
Und suchen uns in den Schatten
Verbleibe in dieser letzten Umarmung von dir
Und obwohl unser Blut gewischt wurde,
wird die Bitterkeit bleiben in Stein und Stahl.

Wenn ich mich heute verabschieden könnte
Und mich an meine Heimat erinnern,
die Vergesslichkeit und schlechten Zeiten.
Meine Freunde werden sich erinnern.
Es ist unklar, ob wir existieren und
welches unsere Schatten sind

chorus

Heute schreibe ich Gedichte,
um nicht zu vergessen
Heute singe ich für die Abwesenheit,
um nicht zu vergessen.

Wir konnten kein Wort sagen,
ihr seid diejenigen die das tun werden
Zeugnisse widerrufenzwischen
Sand, Zement und salz

Wir verloren unseren Weg
Wir sahen uns ohne zu schauen
Welcher Schatten ist derjenige zu dem wir gehören

Wenn ich mich heute verabschieden könnte
Und mich an meine Heimat erinnern,
die Vergesslichkeit und schlechten Zeiten.
Meine Freunde werden sich erinnern.

Ausencias para no olvidar

Musica y texto: Alejandro De Nardi

No pudimos, dar palabra
son ustedes quien lo harán
Testimonios, revocados
entre arena cemento y sal
Y perdimos, nuestro rumbo
No se olviden que
venimos del odio.

Y nos llevan, divagando
hacia un vuelo, a la mar
las sirenas nos reciben
agrandando nuestra inmensidad
Y nosotros, divagando
caras sin rostro
y reinas las almas

[CORO]

Hoy escribo poemas,
pa no olvidar
y hoy le canto a la ausencia,
pa no olvidar

Y perdimos, nuestro rumbo
y nos vemos, sin mirar
y nos buscan, en las sombras
queda aquél ultimo abrazo me me das
y aunque limpien, nuestra sangre
la amargura se quedará
en piedra y acero.

Si hoy pudiera, despedirme
y a mi tierra recordar,
del olvido, tiempos malos
mis amigos que recordarán
No esta claro, si no estamos
o si estamos presentes
que sombra es la nuestra

[CORO]

Hoy escribo poemas,
pa no olvidar
y hoy le canto a la ausencia,
pa no olvidar

No pudimos, dar palabra
son ustedes quién lo harán
Testimonios, revocados
entre arena, cemento y sal

Y perdimos, nuestro rumbo
y nos vemos sin mirar
y que sombra, es la nuestra
a la que pertenecemos

Si hoy pudiera, despedirme
y a mi tierra recordar
del olvido, tiempos malos
mis amigos que recordaran

Mit freundlichen Unterstützung von

Artistas Argentinos e.V Berlin – Heidelberg​

Dem Institut für Forschung in Etnomusikwissenschaft, Buenos Aires

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